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Zwischen Hygge, Haltung und Materialbewusstsein

Vom 10. bis 12. Juni verwandelte sich Kopenhagen erneut in die internationale Bühne für Design, Architektur und Interior-Innovationen. Unter dem Motto "Make This Moment Matter" zeigte die diesjährige Ausgabe der 3 Days of Design, wie eng Ästhetik, Nachhaltigkeit und Lebensqualität heute miteinander verbunden sind. Mehr als 400 Aussteller präsentierten ihre Neuheiten in Showrooms, Galerien und historischen Gebäuden der dänischen Hauptstadt.

Unsere Trendscouts waren vor Ort und haben eine klare Entwicklung beobachtet: Weniger Produktinszenierung, mehr ganzheitliche Raumkonzepte. Statt einzelner Möbelstücke standen Atmosphären, Materialien und emotionale Wohnwelten im Mittelpunkt.

Weiche Linien für wohnliche Räume

Trend 1: Organische Formen bleiben prägend

Rundungen sind gekommen, um zu bleiben. Ob Sofas, Tische, Leuchten oder architektonische Elemente – weiche Linien und fließende Silhouetten bestimmten zahlreiche Ausstellungen.

Die Formensprache wirkt dabei erwachsener als in den vergangenen Jahren. Organische Konturen werden gezielt eingesetzt, um Räume wohnlicher, ruhiger und einladender zu gestalten. Die skandinavische Designtradition zeigt sich dabei in ihrer typischen Balance zwischen Funktionalität und Behaglichkeit.

Das Ergebnis: Interieurs, die weniger technisch und dafür deutlich emotionaler wirken.

Atmosphäre statt Helligkeit

Trend 2: Licht wird zum Gestaltungselement

Ein weiteres dominierendes Thema war die Inszenierung von Licht. Besonders auffällig waren indirekte Lichtquellen, die Räume sanft strukturieren und eine warme Atmosphäre schaffen.

Leuchten werden zunehmend als architektonische Elemente verstanden. Sie definieren Zonen, erzeugen Tiefe und beeinflussen die Wahrnehmung von Materialien und Farben. Zahlreiche Ausstellungen zeigten, wie Licht gezielt eingesetzt wird, um Ruhe, Komfort und Wohlbefinden zu fördern.

Statt maximaler Helligkeit steht die Qualität des Lichts im Fokus – ein klarer Ausdruck der nordischen Hygge-Kultur.

Trend 3: Nachhaltigkeit bedeutet Langlebigkeit

Nachhaltigkeit wurde in Kopenhagen nicht als kurzfristiger Trend verstanden, sondern als grundlegende Designhaltung. Statt schneller Produktzyklen standen Qualität, Reparierbarkeit und zeitlose Gestaltung im Vordergrund. Viele Aussteller rückten die Frage in den Fokus, wie Produkte über Jahrzehnte hinweg genutzt werden können und welchen Beitrag Design zur Ressourcenschonung leisten kann. Dabei zeigte sich ein neues Verständnis von Luxus: Nicht das Neue zählt, sondern das Dauerhafte. Langlebigkeit, hochwertige Materialien und eine bewusste Produktion werden zunehmend zu zentralen Qualitätsmerkmalen moderner Einrichtungen. 

Mehr zu unserem Verständnis von Nachhaltigkeit bei Hettich. 

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Akzente statt Flächen

Trend 4: Farbe mit gezielter Wirkung

Während neutrale Naturtöne weiterhin die Basis vieler Einrichtungen bilden, setzen Designer gezielt farbliche Akzente.

Besonders präsent waren:

  • Tiefes Blau
  • Natürliches Grün
  • Warme Rottöne
  • Erdige Braun- und Terrakottanuancen

Die Farben wurden jedoch selten flächig eingesetzt. Stattdessen sorgten ausgewählte Möbel, Accessoires oder textile Elemente für gezielte Farbakzente. Dadurch entstehen Räume mit Charakter, ohne ihre ruhige Gesamtwirkung zu verlieren. Die Kombination aus sanften Nuancen und markanten Farbstatements gehörte zu den spannendsten Gestaltungsansätzen der diesjährigen Veranstaltung.

Authentizität und Haptik im Fokus

Trend 5: Materialien erzählen Geschichten

Materialität war eines der zentralen Themen der 3 Days of Design 2026.

Holz, Naturstein, Glas, strukturierte Textilien und handwerklich verarbeitete Oberflächen prägten zahlreiche Präsentationen. Dabei ging es weniger um Perfektion als um Authentizität und Haptik.

Besonders stark vertreten waren:

  • naturbelassene Hölzer
  • recycelte Materialien
  • myzelbasierte Werkstoffe
  • innovative Biomaterialien
  • wiederverwertete Textilien und Verbundstoffe

Die Sonderausstellung "Material Matters" machte deutlich, wie intensiv sich die Branche aktuell mit Materialkreisläufen und verantwortungsvoller Ressourcennutzung beschäftigt. Neben Holz und Glas wurden dort auch Materialien aus Bakterienkulturen, Pilzstrukturen, Reishülsen oder Papier präsentiert.

Fazit: Ganzheitliches Interior Design

Die 3 Days of Design 2026 zeigen eine klare Entwicklung:

  • Fokus auf Atmosphäre statt Einzelprodukte
  • Verbindung von Material, Licht und Farbe
  • Nachhaltigkeit als selbstverständlicher Bestandteil

Kopenhagen steht weiterhin für eine Verbindung aus nordischer Gelassenheit und zukunftsorientiertem Design.