Einblicke 31 schäftspolitik und damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Unternehmens. Die Laserkante ist ein gutes Beispiel für das neue Qualitätsbewusstsein. Wie können Sie sich darüber hinaus differenzieren? Uwe Blaumann: Durch den engen und part- nerschaftlichen Kontakt zu unseren Lie- feranten erfahren wir frühzeitig von den neuen Trends oder neuen Fertigungstech- nologien. Wir sind ständig bestrebt, unsere Produkt- und Fertigungsqualität zu opti- mieren. Alle Palmberg Möbel werden nach dem Qualitätsmanagement ISO 9001:2008 in Verbindung mit dem Umweltmanage- ment ISO 14001:2004 und der EG-Ökoau- ditverordnung hergestellt. Die Marke Palmberg wäre nicht so populär, wenn nicht auch andere Faktoren höchste Qualität beinhalten. Wir stellen nicht nur langlebige, gut gestaltete Produkte her, sondern bieten unseren Kunden durch unse- re bewusst nachhaltige Produktion die Ge- wissheit, dass keine negativen Umweltaus- wirkungen durch unsere Arbeit entstehen. Der Büromöbelkauf ist stark konjunkturab- hängig. Wie reagieren Sie auf die großen Schwankungen? Uwe Blaumann: Grundsätzlich gibt es zur Beantwortung dieser Frage zwei unter- schiedliche Betrachtungsweisen. Die eine Seite ist die aus Sicht des Vertriebs die an- dere aus der Sicht der Produktion. Wobei meine Betrachtungen sich vorrangig auf die der Produktion beziehen. Um Schwankun- gen auszugleichen, die konjunkturell ent- stehen, sprechen wir von vier unterschied- lichen Wegen der Regulierung. Erstens durch die herkömmliche Methode über ein mehrschichtiges Arbeitszeitsystem (1-3 Schichten pro Tag und Wochenendschich- ten). Zweitens über das Arbeitszeitkonto (Ansparung von Arbeitszeit bis 40 Stunden). Drittens durch Optimierung von Arbeits- prozessen (besonders bei der Aufbereitung von Daten in der Arbeitsvorbereitung) ist ein Arbeiten mit schwankenden Auftrags- eingängen möglich. Und viertens durch Bereitstellung von Produktionskapazitäten für Kurzentschlossene im Projekt Express- aufträge. Unsere Antwort auf die konjunk- turabhängigen Schwankungen ist die vari- able Kapazitätsplanung! Auf der Orgatec haben Sie eindrucksvoll eine ganze Reihe von Neuheiten gezeigt. Häufi g hat man den Eindruck, dass diese Neuheiten am Markt nur schwer umsetzbar sind. Ist das so und wenn ja, wo sehen Sie die Gründe für das vermeintliche Phlegma der Entscheider? Uwe Blaumann: Wir sind ständig bestrebt, unser Produktsortiment durch sinnvolle Neuentwicklungen zu erweitern. Die auf der Orgatec präsentierten Systeme sollen neue Marktbereiche abdecken, die wir bis dato noch nicht oder nur teilweise bedient haben. Da Palmberg einen großen Teil seines Um- satzes im sogenannten Tagesgeschäft er- zielt, ist eine zeitnahe, erfolgreiche Neuein- führung unserer Produkte wahrscheinlich. Welches sind Ihrer Ansicht nach die ent- scheidenden Trends im Büro der Zukunft? Uwe Blaumann: Unserer Meinung nach stehen vor allem die Mobilität und die of- fene Kommunikation im Büro der Zukunft stärker im Vordergrund. Ein großer Trend sind die Sitz-/Steharbeitsplätze aber auch die neuen Kommunikationsmöbel, wie bei- spielsweise unser neues Programm KIT, das mit der Integration von Funktions- und Multimediaelementen ausreichend Platz für einen intensiven Dialog und kreatives Arbei- ten bietet. Small Offi ce / Home Offi ce - es gibt Konzepte bei Konzernen wie Siemens, diese Form der Arbeit zu stärken. Wie sehen Sie diese Ent- wicklung? Bedienen bzw. erreichen Sie die- ses Marktsegment? Uwe Blaumann: Die Möbelsysteme von Palmberg wurden für den professionellen Einsatz unterschiedlicher Nutzergruppen entwickelt und passen sich allen Arbeitsan- forderungen an. Das gilt auch für das Small- oder Home Offi ce, gerade in Bezug auf die wohnlichere Anmutung der Büromöbel heutzutage. Der Trend Home Offi ce ist ja schon etwa vor zehn Jahren nach Europa gelangt, je- doch ohne sich groß durchsetzen zu kön- nen. Wir bei Palmberg gehen davon aus, dass der Großteil der in Deutschland und Europa besetzten Büromöbel nach wie vor auf klassischen Arbeitsstrukturen basiert, da die persönliche Kommunikation innerhalb der Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor für die meisten Unternehmen ist. Speziell Ihre neuen Programme wie Select sind aufgrund der Gestaltung auch im priva- ten Umfeld vorstellbar. Ist dies Ihre Intention? Uwe Blaumann: Durch die neuen Ferti- gungsanlagen ist die Flexibilität der Produk- tion enorm gestiegen. Das hat den Vorteil, dass auch auf die Wünsche der Kunden immer individueller eingegangen werden kann. Der Trend vieler Unternehmen geht dahin, ihren Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Das macht dann auch die moderne Bürowelt wohnlicher. Ei- nen Einstieg in die Wohnmöbelwelt ist aber bei Palmberg nicht angedacht. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit Hettich? Was sind die entscheidenden Fak- toren in der mittlerweile 20-jährigen Zu- sammenarbeit? Uwe Blaumann: Wir können auf eine durchweg gute langjährige Zusammenar- beit zurückblicken. Ausschlaggebend hier- für ist nicht nur die fachliche Kompetenz der Firma Hettich, sondern auch der res- pektvolle und partnerschaftliche Umgang miteinander. Gleichzeitig haben wir in den zurückliegenden Jahren die marktorientier- te Produktentwicklung der Firma Hettich zu schätzen gelernt. Durch die Einführung innovativer Produkte, wie zum Beispiel das Dämpfungssystem Silent System, konnten wir unsere Produkte intelligent veredeln und unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Gibt es Punkte, die Hettich verbessern kann? Uwe Blaumann: Aus unserer Sicht besteht keine Notwendigkeit konkret etwas zu ver- bessern. Man sollte viel mehr den hohen Qualitätsstandard, den man sich als Sys- temlieferant auferlegt hat, halten und wei- ter die kundenorientierte Produktentwick- lung forcieren. Uwe Blaumann, Geschäftsführer bei Palmberg Hett_Mag_ Ausg_1_2011_1904.indd 31 21.04.11 13:48